Sie möchten GParted zum Festplattenklonen nutzen, suchen aber auch nach einer einfacheren Lösung für Windows? Dieser Artikel vergleicht GParted mit AOMEI Cloner, erläutert die Vor- und Nachteile beider Werkzeuge und hilft Ihnen, die passende Klonmethode für Ihre Anforderungen auszuwählen.
GParted (GNOME Partition Editor) ist ein kostenloses, quelloffenes Tool zur grafischen Partitionierung von Festplatten unter Linux. Es läuft von einem Live‑USB‑Stick – ohne Installation – und kann Partitionen erzeugen, löschen, verschieben, vergrößern, verkleinern und kopieren.
Besonders nützlich ist GParted für:
Linux‑Nutzer, die keine proprietäre Software verwenden möchten
Rettungseinsätze, wenn Windows nicht mehr bootet
Klonen einzelner Partitionen (z. B. /home oder C:\)
Arbeit mit Linux‑Dateisystemen wie ext3/ext4 (die Windows nicht lesen kann)
GParted hat keinen „1‑Klick‑Festplattenklon“. Für einen kompletten Systemumzug brauchen Sie entweder Geduld (mehrere Partitionen manuell kopieren) oder das Linux‑Terminal mit dem dd‑Befehl.
Beispiel: GParted Live zeigt alle angeschlossenen Laufwerke mit Gerätenamen wie /dev/sda, /dev/nvme0n1 sowie Dateisystemen (ntfs, ext4, fat32).
| Windows‑Anzeige | Typischer Linux‑Gerätename | Bedeutung |
|---|---|---|
| C: (interne System‑SSD) | /dev/nvme0n1p2 (NVMe) oder /dev/sda2(SATA) | Erste NVMe‑SSD, zweite Partition |
| D: (Daten‑HDD) | /dev/sdb1 | Zweite Festplatte, erste Partition |
| USB‑Stick | /dev/sdc1 (meist letzter Buchstabe) | Externes Medium |
Ein Vertauschen von Quelle (if) und Ziel (of) beim dd‑Befehl löscht Ihre Daten unwiderruflich! Prüfen Sie die Gerätenamen doppelt (z. B. mit lsblk im Terminal).
Problem: Viele aktuelle Mainboards (Intel ab 11. Gen, AMD Ryzen) aktivieren standardmäßig Intel VMD (Volume Management Device) oder AMD RAID. Ältere GParted‑Live‑Versionen erkennen dann keine einzige Festplatte – sie erscheinen nicht in der Geräteliste.
Lösungen:
Im BIOS → VMD/RAID deaktivieren und auf AHCI umstellen (Achtung: bestehendes Windows kann danach booten)
Die allerneueste GParted Live Version (≥ 1.6.0) herunterladen, die neuere Kernel (≥ 6.5) mit VMD‑Treibern enthält
Als Workaround: nvme‑Kernel‑Module manuell laden (modprobe nvme im Terminal)
Mit GParted selbst kann man Partitionen verwalten, aber das direkte Klonen einer gesamten Festplatte erfordert zusätzliche Werkzeuge. Eine bewährte Methode ist die Nutzung von GParted Live in Kombination mit dem Befehl dd im Terminal. Hier ist eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung:
📝Vorbereitung zum Festplatte Klonen mit GParted:
Schritt 1. Bereiten Sie einen USB-Stick vor. Dieser sollte im FAT-Dateisystem mit mindestens 300 MB Speicherplatz formatiert sein. Erstellen Sie andernfalls bitte eine Partition von mindestens 300 MB Größe und formatieren Sie sie mit dem FAT16- oder FAT32-Dateisystem.
Schritt 2. Installieren Sie nun offizielles Tuxboot auf Ihrem Windows-PC. Öffnen Sie die .exe-Datei und wählen Sie eine GParted-Distribution zum Herunterladen aus. Sie können sich an das Tutorial zur Tuxboot-Installation orientieren.
Schritt 3. Wählen Sie ein Zielgerät aus, um die Image-Datei zu installieren. Wenn dies erledigt ist, können Sie unerwünschte Dateien und Programme auf Ihrer alten Festplatte löschen. Ziehen Sie dann alle unnötigen Laufwerke heraus und installieren Sie die neue SSD ordnungsgemäß auf Ihrem PC.
Schritt 4. Starten Sie Ihren Computer über das USB-Laufwerk. Drücken Sie die gewünschte Taste, um das BIOS aufzurufen und den USB als erste Startoption festzulegen. Sie werden bald die GParted Live-Oberfläche sehen.
Schritt 5. Nach den Fragen zu Keymap, Sprache und Videomodus können Sie das Programm verwenden. Wenn GParted die Festplatte auf eine kleinere SSD klonen soll, können Sie Partitionen auf der alten Festplatte verkleinern, sodass die Gesamtgröße kleiner als die SSD ist.
Schritt 6. Klicken Sie oben rechts auf den Laufwerkspfad. Daraufhin wird eine Liste aller derzeit angeschlossenen Festplatten angezeigt. Sie können sie durch die verschiedenen Größen unterscheiden. Notieren Sie sich dann die Laufwerksnamen der Quell- und Zielfestplatte, doppelklicken Sie auf das Terminal-Symbol und geben Sie den Befehl dd ein, um das Klonen der Festplatte durchzuführen.
sudo dd if=[source disk path] of=[target disk path] bs=blocksize status=progress
Mit „Status = Fortschritt“ können Sie den Klonfortschritt überwachen. z. B. Wenn Sie „/dev/sda“ in „/dev/sdb“ klonen möchten, könnte der Befehl wie folgt lauten:
sudo dd if=/dev/sda of=/dev/sdb bs=4M status=progress
Schritt 7. Wenn das Klonen abgeschlossen ist und noch nicht verwendeter Speicherplatz auf der SSD vorhanden ist, können Sie die Partitionen mit GParted vergrößern, um den gesamten Speicherplatz auszufüllen.
Schritt 8. Fahren Sie den PC herunter, um die Festplatte auszutauschen, und schalten Sie ihn dann ein. Der PC startet auf dem Chkdsk-Bildschirm, und wenn dies erledigt ist, startet Windows normal.
Wenn Sie keine Lust auf Linux‑Terminal und Boot‑Reparatur haben, nutzen Sie die Testversion von AOMEI Cloner unter Windows – besonders für Systemfestplatten (C:) mit Windows 10/11.
Vorteile der Alternative:
Kein USB‑Stick, kein Boot‑Menu
Hot‑Cloning: Klonen während Windows läuft
Automatische MBR/GPT‑Konvertierung + Boot‑Reparatur
Intelligentes Klonen: kleine SSD als Ziel möglich
Schritt-für-Schritt-Anleitung
📌Vorbereitungen:
⚠️Achtung: Die Zieldiskette wird beim Klonen überschrieben. Wenn Sie wichtige Daten darauf gespeichert haben, sichern Sie die Festplatte bitte im Voraus, um Datenverlust zu vermeiden.
Schritt 1. Starten Sie die Software, navigieren Sie zur Registerkarte „Klonen“ und wählen Sie „Festplattenklon“. Es werden alle Partitionen auf der Festplatte einschließlich der Systempartition kopiert.
Schritt 2. Wählen Sie die Systemfestplatte aus, die Sie klonen möchten, und klicken Sie auf „Weiter“.
Schritt 3. Wählen Sie die verbundene Ziel-SSD aus, um die Kopie zu speichern, und klicken Sie auf „Weiter“, um fortzufahren.
Schritt 4. Als Nächstes können Sie die Vorgangsvorschau anzeigen. Aktivieren Sie bitte SSD ausrichten. Diese Funktion kann die Lese- und Schreibgeschwindigkeit der SSD beschleunigen und ihre Lebensdauer verlängern. Klicken Sie dann auf Starten und warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist.
| Kriterium | GParted (Open‑Source) | AOMEI Cloner (kommerziell) |
|---|---|---|
| Kosten | 100% kostenlos (GPL) | Kostenlose Testversion / Pro‑Version |
| Betriebssystem | Linux (Live‑USB) | Windows (läuft im laufenden System) |
| Benötigte Kenntnisse | Hoch (Linux, Gerätenamen, dd) | Gering (grafische Oberfläche, Assistent) |
| Klonen einer gesamten Festplatte | Ja, mit dd (risikobehaftet) | Ja, mit „Festplattenklon“ |
| Bootfähigkeit (Windows) | Nein, muss manuell repariert werden (BCD fehlt) | Ja, automatische Boot‑Reparatur |
| 4K‑Alignment für SSDs | Manuelle Prüfung nötig | Automatisch („SSD ausrichten“) |
| Verschlüsselte Laufwerke (BitLocker) | Nicht möglich | Ja (mit Pro‑Version) |
| Linux‑Dateisysteme (ext3/ext4) | Ja, perfekt | Nur sektorbasiert (Sektor‑für‑Sektor) |
Für Linux‑Experten, reine Daten‑Backups oder Rettungseinsätze: GParted ist eine ausgezeichnete, freie Wahl.
Für Windows‑Anwender, die ein komplettes, sofort startfähiges System klonen möchten: AOMEI Cloner spart Zeit und vermeidet Frust mit Boot‑Reparaturen.
GParted ist ein mächtiges Werkzeug, wenn Sie verstehen, was Sie tun – besonders für Linux‑Daten, Rettungseinsätze und Partitionierungsaufgaben. Für das reine Klonen einer Windows‑Systemfestplatte ist der Aufwand (Live‑USB, Gerätenamen identifizieren, dd, Boot‑Reparatur) jedoch hoch.
Unsere Empfehlungen für 2026:
Linux‑Nutzer & erfahrene Admins:Setzen Sie auf GParted + dd– völlig kostenlos und transparent.
Windows‑Nutzer & Einsteiger:Greifen Sie für einen kompletten Systemumzug zu AOMEI Cloner – das spart Zeit und vermeidet Frust.
Für Dual‑Boot (Windows + Linux):Nutzen Sie GParted zum Klonen der Linux‑Partitionen (ext4) und die Alternative für die Windows‑Systempartition.
Mit der richtigen Vorbereitung – und bei Bedarf der richtigen Alternative – gelingt Ihr Festplatten‑Umzug auf jeden Fall.
Frage 1: Kann ich mit GParted eine bootfähige Windows‑Festplatte 1:1 klonen?
Frage 2: Warum werden meine NVMe‑SSDs in GParted nicht angezeigt?
Frage 3: Kann ich GParted auch auf einem Raspberry Pi verwenden?