Gparted: Festplatte klonen - Einfache Anleitung und Alternative für Windows

Sie möchten GParted zum Festplattenklonen nutzen, suchen aber auch nach einer einfacheren Lösung für Windows? Dieser Artikel vergleicht GParted mit AOMEI Cloner, erläutert die Vor- und Nachteile beider Werkzeuge und hilft Ihnen, die passende Klonmethode für Ihre Anforderungen auszuwählen.

Nelly

Von Nelly Aktualisiert am 12.06.2026

Teilen: instagram reddit

🐧 Was ist GParted und warum ist es so beliebt?

GParted (GNOME Partition Editor) ist ein kostenloses, quelloffenes Tool zur grafischen Partitionierung von Festplatten unter Linux. Es läuft von einem Live‑USB‑Stick – ohne Installation – und kann Partitionen erzeugen, löschen, verschieben, vergrößern, verkleinern und kopieren.

gparted

Besonders nützlich ist GParted für:

  • Linux‑Nutzer, die keine proprietäre Software verwenden möchten

  • Rettungseinsätze, wenn Windows nicht mehr bootet

  • Klonen einzelner Partitionen (z. B. /home oder C:\)

  • Arbeit mit Linux‑Dateisystemen wie ext3/ext4 (die Windows nicht lesen kann)

Einschränkung:

GParted hat keinen „1‑Klick‑Festplattenklon“. Für einen kompletten Systemumzug brauchen Sie entweder Geduld (mehrere Partitionen manuell kopieren) oder das Linux‑Terminal mit dem dd‑Befehl.

🖼️ So sieht GParted aus (echter Screenshot)

GParted

Beispiel: GParted Live zeigt alle angeschlossenen Laufwerke mit Gerätenamen wie /dev/sda, /dev/nvme0n1 sowie Dateisystemen (ntfs, ext4, fat32).

📁 Linux-Gerätenamen verstehen: Welche Festplatte ist welche?

Windows‑Anzeige Typischer Linux‑Gerätename Bedeutung
C: (interne System‑SSD) /dev/nvme0n1p2 (NVMe) oder /dev/sda2(SATA) Erste NVMe‑SSD, zweite Partition
D: (Daten‑HDD) /dev/sdb1 Zweite Festplatte, erste Partition
USB‑Stick /dev/sdc1 (meist letzter Buchstabe) Externes Medium
Achtung:

Ein Vertauschen von Quelle (if) und Ziel (of) beim dd‑Befehl löscht Ihre Daten unwiderruflich! Prüfen Sie die Gerätenamen doppelt (z. B. mit lsblk im Terminal).

⚠️ Wichtige Warnung für moderne NVMe‑SSDs (Intel VMD / AMD RAID)

Problem: Viele aktuelle Mainboards (Intel ab 11. Gen, AMD Ryzen) aktivieren standardmäßig Intel VMD (Volume Management Device) oder AMD RAID. Ältere GParted‑Live‑Versionen erkennen dann keine einzige Festplatte – sie erscheinen nicht in der Geräteliste.

Lösungen:

  1. Im BIOS → VMD/RAID deaktivieren und auf AHCI umstellen (Achtung: bestehendes Windows kann danach booten)

  2. Die allerneueste GParted Live Version (≥ 1.6.0) herunterladen, die neuere Kernel (≥ 6.5) mit VMD‑Treibern enthält

  3. Als Workaround: nvme‑Kernel‑Module manuell laden (modprobe nvme im Terminal)

🛠️ Methode 1: Festplatte mit GParted Live klonen (Terminal / dd)

Mit GParted selbst kann man Partitionen verwalten, aber das direkte Klonen einer gesamten Festplatte erfordert zusätzliche Werkzeuge. Eine bewährte Methode ist die Nutzung von GParted Live in Kombination mit dem Befehl dd im Terminal. Hier ist eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung:

📝Vorbereitung zum Festplatte Klonen mit GParted:

  • Linux-Umgebung (Live-System oder installiertes System)
  • Sicherung wichtiger Daten vor dem Start

Schritt 1. Bereiten Sie einen USB-Stick vor. Dieser sollte im FAT-Dateisystem mit mindestens 300 MB Speicherplatz formatiert sein. Erstellen Sie andernfalls bitte eine Partition von mindestens 300 MB Größe und formatieren Sie sie mit dem FAT16- oder FAT32-Dateisystem.

Schritt 2. Installieren Sie nun offizielles Tuxboot auf Ihrem Windows-PC. Öffnen Sie die .exe-Datei und wählen Sie eine GParted-Distribution zum Herunterladen aus. Sie können sich an das Tutorial zur Tuxboot-Installation orientieren. 

tuxboot-sel-dist

Schritt 3. Wählen Sie ein Zielgerät aus, um die Image-Datei zu installieren. Wenn dies erledigt ist, können Sie unerwünschte Dateien und Programme auf Ihrer alten Festplatte löschen. Ziehen Sie dann alle unnötigen Laufwerke heraus und installieren Sie die neue SSD ordnungsgemäß auf Ihrem PC.

tuxboot-saveisoname

Schritt 4. Starten Sie Ihren Computer über das USB-Laufwerk. Drücken Sie die gewünschte Taste, um das BIOS aufzurufen und den USB als erste Startoption festzulegen. Sie werden bald die GParted Live-Oberfläche sehen.

gparted-live-boot

Schritt 5. Nach den Fragen zu Keymap, Sprache und Videomodus können Sie das Programm verwenden. Wenn GParted die Festplatte auf eine kleinere SSD klonen soll, können Sie Partitionen auf der alten Festplatte verkleinern, sodass die Gesamtgröße kleiner als die SSD ist. 

/gparted-live-after-bootup

Schritt 6. Klicken Sie oben rechts auf den Laufwerkspfad. Daraufhin wird eine Liste aller derzeit angeschlossenen Festplatten angezeigt. Sie können sie durch die verschiedenen Größen unterscheiden. Notieren Sie sich dann die Laufwerksnamen der Quell- und Zielfestplatte, doppelklicken Sie auf das Terminal-Symbol und geben Sie den Befehl dd ein, um das Klonen der Festplatte durchzuführen.

sudo dd if=[source disk path] of=[target disk path] bs=blocksize status=progress

📌In diesem Befehl:
  1. „bs=blocksize“ bewirkt, dass „dd“ x Bytes pro Block liest und schreibt.
  2. Ein großer Wert für die Blockgröße verringert die Kopierzeit. Der Standardwert ist 512 Byte.

Mit „Status = Fortschritt“ können Sie den Klonfortschritt überwachen. z. B. Wenn Sie „/dev/sda“ in „/dev/sdb“ klonen möchten, könnte der Befehl wie folgt lauten:

​​​​sudo dd if=/dev/sda of=/dev/sdb bs=4M status=progress

Schritt 7. Wenn das Klonen abgeschlossen ist und noch nicht verwendeter Speicherplatz auf der SSD vorhanden ist, können Sie die Partitionen mit GParted vergrößern, um den gesamten Speicherplatz auszufüllen.

Schritt 8. Fahren Sie den PC herunter, um die Festplatte auszutauschen, und schalten Sie ihn dann ein. Der PC startet auf dem Chkdsk-Bildschirm, und wenn dies erledigt ist, startet Windows normal.

🪟 Alternative für Windows: Festplatte klonen mit AOMEI Cloner

Wenn Sie keine Lust auf Linux‑Terminal und Boot‑Reparatur haben, nutzen Sie die Testversion von AOMEI Cloner unter Windows – besonders für Systemfestplatten (C:) mit Windows 10/11.

Vorteile der Alternative:

  • Kein USB‑Stick, kein Boot‑Menu

  • Hot‑Cloning: Klonen während Windows läuft

  • Automatische MBR/GPT‑Konvertierung + Boot‑Reparatur

  • Intelligentes Klonen: kleine SSD als Ziel möglich

Schritt-für-Schritt-Anleitung

📌Vorbereitungen:

  • Bereinigen Sie Ihre alte Festplatte. Löschen Sie unerwünschte Dateien und deinstallieren Sie unnötige Programme.
  • Installieren Sie die neue SSD. Wenn Ihr PC nur über einen Laufwerksschacht verfügt, schließen Sie ihn mit einem USB-zu-SATA-Adapter an.
  • Laden Sie die Software zum Klonen von Datenträgern herunter und installieren Sie sie, um Systemdatenträger auf SSD zu klonen.

⚠️Achtung: Die Zieldiskette wird beim Klonen überschrieben. Wenn Sie wichtige Daten darauf gespeichert haben, sichern Sie die Festplatte bitte im Voraus, um Datenverlust zu vermeiden.

Kostenloser Download Windows 11/10/8/7/Server
Sicherer Download

Schritt 1. Starten Sie die Software, navigieren Sie zur Registerkarte „Klonen“ und wählen Sie „Festplattenklon“. Es werden alle Partitionen auf der Festplatte einschließlich der Systempartition kopiert.

disk clone

Schritt 2. Wählen Sie die Systemfestplatte aus, die Sie klonen möchten, und klicken Sie auf „Weiter“.

select source disk

Schritt 3. Wählen Sie die verbundene Ziel-SSD aus, um die Kopie zu speichern, und klicken Sie auf „Weiter“, um fortzufahren.

select-destination-disk.

Schritt 4. Als Nächstes können Sie die Vorgangsvorschau anzeigen. Aktivieren Sie bitte SSD ausrichten. Diese Funktion kann die Lese- und Schreibgeschwindigkeit der SSD beschleunigen und ihre Lebensdauer verlängern. Klicken Sie dann auf Starten und warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist.

Klonen starten

📌Bevor Sie mit dem Klonen beginnen, können Sie je nach Bedarf auch folgende Optionen auswählen:
Dieser Vorgang klont standardmäßig nur den verwendeten Teil. Wenn Sie jeden Aspekt der alten Festplatte klonen müssen, aktivieren Sie das Kontrollkästchen „Sektor-für-Sektor-Klon“.
Wenn die Zielfestplatte größer ist als die Quellfestplatte, können Sie mit Option „Partitionen bearbeiten“ die Größe der Zielfestplatte automatisch oder manuell ändern.

📊 GParted vs. AOMEI Cloner: Eine objektive Entscheidungshilfe

Kriterium GParted (Open‑Source) AOMEI Cloner (kommerziell)
Kosten 100% kostenlos (GPL) Kostenlose Testversion / Pro‑Version
Betriebssystem Linux (Live‑USB) Windows (läuft im laufenden System)
Benötigte Kenntnisse Hoch (Linux, Gerätenamen, dd) Gering (grafische Oberfläche, Assistent)
Klonen einer gesamten Festplatte Ja, mit dd (risikobehaftet) Ja, mit „Festplattenklon“
Bootfähigkeit (Windows) Nein, muss manuell repariert werden (BCD fehlt) Ja, automatische Boot‑Reparatur
4K‑Alignment für SSDs Manuelle Prüfung nötig Automatisch („SSD ausrichten“)
Verschlüsselte Laufwerke (BitLocker) Nicht möglich Ja (mit Pro‑Version)
Linux‑Dateisysteme (ext3/ext4) Ja, perfekt Nur sektorbasiert (Sektor‑für‑Sektor)
  • Für Linux‑Experten, reine Daten‑Backups oder Rettungseinsätze: GParted ist eine ausgezeichnete, freie Wahl.

  • Für Windows‑Anwender, die ein komplettes, sofort startfähiges System klonen möchten: AOMEI Cloner spart Zeit und vermeidet Frust mit Boot‑Reparaturen.

📝 Fazit

GParted ist ein mächtiges Werkzeug, wenn Sie verstehen, was Sie tun – besonders für Linux‑Daten, Rettungseinsätze und Partitionierungsaufgaben. Für das reine Klonen einer Windows‑Systemfestplatte ist der Aufwand (Live‑USB, Gerätenamen identifizieren, dd, Boot‑Reparatur) jedoch hoch.

Unsere Empfehlungen für 2026:

 

  • Linux‑Nutzer & erfahrene Admins:Setzen Sie auf GParted + dd– völlig kostenlos und transparent.

  • Windows‑Nutzer & Einsteiger:Greifen Sie für einen kompletten Systemumzug zu AOMEI Cloner – das spart Zeit und vermeidet Frust.

  • Für Dual‑Boot (Windows + Linux):Nutzen Sie GParted zum Klonen der Linux‑Partitionen (ext4) und die Alternative für die Windows‑Systempartition.

Mit der richtigen Vorbereitung – und bei Bedarf der richtigen Alternative – gelingt Ihr Festplatten‑Umzug auf jeden Fall.

❓ Häufige Fragen zu GParted

Frage 1: Kann ich mit GParted eine bootfähige Windows‑Festplatte 1:1 klonen?

  • Technisch ja(mit ddoder durch Kopieren aller Partitionen), aber das geklonte Laufwerk wirdnicht booten, weil die Windows‑Bootkonfiguration (BCD) an die alte GUID des Quelllaufwerks gebunden ist. Sie müssten die BCD nachträglich mit einer Windows‑Reparatur-CD reparieren.

Frage 2: Warum werden meine NVMe‑SSDs in GParted nicht angezeigt?

  • Ursache: Intel VMD oder AMD RAID ist aktiv. Lösung: Im BIOS aufAHCIumstellen oder eine neuere GParted‑Version verwenden (≥ 1.6.0 mit Kernel 6.5+).

Frage 3: Kann ich GParted auch auf einem Raspberry Pi verwenden?

  • Ja, es gibt eine ARM‑Version von GParted Live. Alternativ nutzen SieGParted direkt in der Raspberry Pi OS Desktop‑Version.
Nelly
Nelly · Redakteur
Seit 2021 bin ich als Redakteurin für AOMEI tätig. Mein Ziel ist es, klare und leicht verständliche Anleitungen zu AOMEI-Tools zu schreiben, die Benutzern bei der Lösung von Backup- und Seystemproblemen helfen.